Stellungnahme zu den Ergebnissen von Stiftung Warentest in „test“ 2.2019 vom 30.01.2019 – „Honig – Bittersüßes Frühstück“

Breitsamer Bioland Honig Linde

Die Stiftung Warentest vergibt für unseren Breitsamer Bioland Honig Linde ein Gesamturteil „mangelhaft“. Das Gesamturteil basiert auf der mangelhaften Bewertung in den Kategorien „Sensorisches Urteil“, „Pollenspektrum und mikroskopische Auffälligkeiten“ sowie „Deklaration“. Dazu möchten wir folgendes festhalten:

  • Der Breitsamer Bioland Honig Linde ist ein hervorragender Honig, bei dem die objektiv messbaren Kriterien alle ohne Beanstandung sind: „Grundwerte“ = GUT (ohne Beanstandung) und Kritische Stoffe (Rückstände) = SEHR GUT
  • Anders als von Stiftung Warentest dargestellt, ist der getestete Breitsamer Bioland Honig Linde ohne Zweifel ein Lindenhonig und darf auch so deklariert werden

Das irreführende Urteil von Stiftung Warentest basiert im Wesentlichen auf der Komplexität und Subjektivität von Sortenbeurteilungen für Honige. Nachfolgende Faktoren wurden im konkreten Test nicht oder nicht ausreichend berücksichtigt:

  1. Eine „Beitracht“ ist auch für Sortenhonige typisch

Ein Sortenhonig stammt nie nur von der einen genannten Pflanze. Die Honigverordnung legt dazu fest, dass er „überwiegend von der genannten Pflanze“ stammen muss. Ein Sortenhonig enthält immer Anteile vom Nektar oder Honigtau verschiedener anderer, gleichzeitig blühender Pflanzen, da von den vielen tausend Bienen eines Volkes nie alle nur zu den gleichen Pflanzen fliegen. Daher finden sich in einem Honig immer die Pollen der verschiedensten Pflanzen. Ein Rapshonig enthält nicht nur Rapspollen, Sonnenblumenhonig nicht nur Sonnenblumenpollen und ein Lindenhonig eben nicht nur Lindenpollen. Gerade diese sogenannte „Beitracht“ gibt dem Honig oft seinen typischen Charakter.

  1. Zählen von Pollen ist keine valide Basis für den Anteil des Sortennektars

Das Zählen der Pollen im Honig unter dem Mikroskop ist kein wissenschaftliches, exaktes Verfahren mit einer Genauigkeit auf einen Prozentpunkt. Das Zählen ist lediglich ein Hilfsmittel, mit dem man versucht, aus den gezählten Pollen auf die Menge des jeweiligen Sortennektars zu schließen. Darauf basiert dann die Klassifizierung „überwiegend oder nicht“ in Bezug auf den Sortennektar. Hier gibt es viele Unsicherheiten, da unterschiedliche Pflanzen zu unterschiedlichen Zeiten eine sehr unterschiedliche Anzahl an Pollen mitliefern.

  1. Lindenhonig stammt vom Nektar und vom Honigtau der Blätter

Bei Lindenhonig muss als Spezialfall berücksichtig werden, dass er sowohl vom Nektar der Lindenblüten als auch vom Honigtau der Blätter stammen kann. Die von Stiftung Warentest gezählten Pollen (Blütenstaub) bringen die Bienen allerdings nur von den Lindenblüten mit. Sind die Blüten verblüht und sammeln die Bienen daher nur den Honigtau, tragen sie praktisch keine Pollen ein. Je nachdem, wann der Imker schleudert, gibt es also definitiv Lindenhonig, der ein einwandfreier und sortentypischer Lindenhonig ist und trotzdem sehr wenig Pollen enthält.

  1. Abweichende Anzahl von Pollen pro Milliliter Nektar

Der im Testergebnis für den Breitsamer Bioland Honig Linde erwähnte Götterbaumhonig kommt in Deutschland oft in städtischen Regionen vor, in denen es auch viele Linden gibt. Er blüht ebenfalls immer zusammen mit den Linden und liefert pro Milliliter Nektar oft bis zu fünfmal mehr Pollen als die Linde. Ein hoher Anteil an Götterbaumpollen sagt daher nur sehr wenig bzw. gar nichts aus über den wirklichen Anteil an Götterbaumnektar in einem Honig aus.

Insgesamt hat Stiftung Warentest die vier oben genannten Punkte aus unserer Sicht nicht ausreichend gewürdigt und die Beurteilung vor allem am nicht validen Prozentsatz der Lindenpollenzählung festgemacht.

Als Richtwert im Handelsgebrauch wird jedoch aufgrund der Besonderheiten bei der Gewinnung von Lindenhonig allgemein definiert, dass ein Lindenhonig mit einem Anteil von 20 Prozent Lindenpollen uneingeschränkt verkehrsfähig ist. Daneben gibt es auch Veröffentlichungen, die belegen, dass ein Lindenhonig mit lediglich 10 Prozent Lindenpollen ein guter Lindenhonig sein kann. Das nachträgliche Zählen der Pollen ist eben nur ein Anhaltspunkt.

Die Pollenzählung der Stiftung Warentest hat für unseren Breitsamer Bioland Honig Linde 19 Prozent Lindenpollen ergeben. Vor dem Hintergrund der von Stiftung Warentest definierten Benchmark von 20 Prozent hat diese unzureichende Zählung aus unserer Sicht dann auch die Tester in der Sensorik negativ vorbeeinflusst. Sensorik ist eben subjektiv, insbesondere wenn man schon im Vorhinein eine vermeintlich schlechte Sensorik erwartet. Die interne Untersuchung des Bioland Lindenhonigs derselben Charge durch unsere Qualitätssicherung vor Auslieferung ergab einen Lindenpollenanteil von 22 Prozent und einen eindeutigen Lindenhonig-Geschmack.

Der Empfehlung von Stiftung Warentest, die mangelhaften Honige nicht wegzuwerfen, weil man sie immer noch zum Backen verwenden könne, möchte ich eindeutig widersprechen. Unseren Breitsamer Bioland Honig Linde kann jeder Verbraucher ganz normal nach seinem Gusto genießen. Zum Verbacken oder gar Wegwerfen ist dieses wertvolle Naturprodukt auf jeden Fall zu schade.

Robert Breitsamer