Mai-Langhornbiene – Wildbiene des Jahres 2021

Rasante Flugkünstler mit geschmacklicher Vorbliebe

Auch wenn wir uns vor allem den heimischen Honigbienen verbunden fühlen, liegt uns auch das Wohl ihrer wilden Artgenossen sehr am Herzen. Denn ebenso wie unsere Honigbienen spielen auch Wildbienen eine essentielle Rolle beim Erhalt der natürlichen Artenvielfalt. So haben sich einige Wildbienenarten voll und ganz auf die Bestäubung einer einzelnen Pflanzenart spezialisiert und sind unerlässlich für deren Fortbestand.

Um auf die Wichtigkeit der wilden Bestäuber aufmerksam zu machen, kürt der Arbeitskreis Wildbienen-Kataster gemeinsam mit dem Museum für Naturkunde Stuttgart seit 2013 eine Wildbienenart des Jahres. 2021 wurde der Mai-Langhornbiene diese besondere Ehre zu Teil.

Ihren interessanten Namen verdankt die Wildbiene ihrer Hauptausflugszeit und den auffallend langen Fühlern der Männchen. Diese fliegen ab Mitte April rasant zwischen den Blüten ihrer liebsten Nahrungsquelle umher und warten auf die Weibchen, welche aber erst 3-4 Wochen später erscheinen.

Zu finden ist die Mai-Langhornbiene also vor allem dort, wo ihre wichtigste Nahrungsquelle, die Zaun-Wicke, anzutreffen ist. Der Schmetterlingsblütler fühlt sich auf Fettwiesen, Dämmen und besonders auf selten gemähten Streuobstwiesen wohl. Hieraus ergibt sich auch die größte Gefährdung für die Wildbiene des Jahres 2021. Das Kulturbiotop Streuobstwiese wird immer seltener, da es in Bewirtschaftung und Pflege aufwendig ist und die zumeist alten Obstsorten nur noch wenig nachgefragt sind.

Foto: Heiko Bellmann

Weitere Informationen sowie Bildmaterial zur Mai-Langhornbiene finden Sie auf http://www.wildbienen-kataster.de/